Saks Off 5th startet in Europa
BriefLetter - Issue 04/2017

Luxus-Bekleidung zu Discountpreisen auf der Kö in Düsseldorf!

Die Aufregung darüber scheint doch übertrieben zu sein, denn im Grunde ist es nur eine weitere Form, billige Ware unters Volk zu bringen.
Die Modeindustrie und der einschlägige Handel sehen darin eine Kampfansage. Dabei ist das Ganze nichts Neues, sondern setzt nur ein weiteren Akzent in einem sich seit Jahren im Gang befindlichen Prozess, nämlich den Preis in gesättigten Märkten als Absatztreiber in den Mittelpunkt des Marketingprozesses zu stellen, um mehr Umsatz zu machen.
Ob es sich dabei tatsächlich immer um Luxus-Marken zu Discountpreisen handelt, ist überaus fraglich.

Im traditionsreichen Carsch-Haus in Düsseldorf startet Hudson´s Bay Company, die kanadische Eigentümerin von Galerie Kaufhof mit der ersten Saks Off 5th Filiale, und vier weitere Städte, Frankfurt, Wiesbaden, Stuttgart und Heidelberg sollen noch in diesem Jahr folgen. 

Die Deutschen haben die „Sale“-Ideologie schon vor Jahrzehnten von den US-Amerikanern übernommen und wie immer in ihrem Streben nach Perfektion zwischenzeitlich so breit etabliert, dass immer weniger Produkte zu einem leistungsbezogenen kalkulierten Preis abgesetzt werden.
Wobei Überproduktion, ein falsches Beschaffungsmarketing, zu hohe Lagerbestände oder auch zu viele Mee-Too-Produkte die Ursachen sein können. Und so nimmt es nicht Wunder, dass HBC das Saks Off 5th Konzept in Europa als erstes in Deutschland auf den Weg bringt.

Die Aufregung ist groß, wobei die Ursachenforschung vermieden wird, denn, würde man sie betreiben, müssten sich alle, die sich jetzt darüber aufregen, eingestehen, dass sie im Grunde selbst die Urheber des Problems sind, von einigen wenigen einmal abgesehen.

Das Streben nach immer mehr Umsatz um jeden Preis, und dies ist im wahrsten Sinne des Wortes die Ursache, hat zu einem Angebot geführt, das längst Bedarf und Bedürfnisse der Verbraucher übersteigt. „Höher, weiter, schneller“, der Werbeslogan einer Zigarettenfirma in den 1960 Jahren wurde zur Geschäftsphilosophie für viele aus Industrie und Handel.
Und das im Übrigen nicht nur in der Modebranche. In fast allen Branchen, von der Lebensmittel- bis hin zur Automobilbranche wurde das „mehr Umsatz“ zum Schlüsselwort des Marketings. Und der Billig-Preis zum Suchtmittel, in welcher Form auch immer er sich präsentiert, um Umsatzrekorde zu erzielen.

Und wenn die Bäume auch nicht in den Himmel wachsen, so wird das Modell Saks Off 5th noch nicht das Ende der Entwicklung sein. Wir können davon ausgehen, dass das unselige „Billig-Preis-Marketing“ weitere Blüten treiben wird. Trotzdem stellt  sich die Frage, wie statt des ständigen Lamentierens Industrie und Handel neue Ufer erreichen und die Zacken einer geknickten Krone wieder zurechtbiegen können.

Die Verfechter einer harten Billig-Preis-Ideologie argumentieren gerne, dass der Preis Angebot und Nachfrage regelt, und dass dieser Grundsatz Bestand haben wird. Und natürlich verweisen sie auf die zahllosen Discounter und das Meer an Outlets, von den Online-Händlern gar nicht zu reden.

Wir setzen als Alternative auf eine konsequente Markenpolitik, die einem Unternehmen die Gestaltungshoheit für seine Geschäfte sichert. Wir setzen auf die Macht der Markenpersönlichkeit, die auf dauerhafte Bindungen zwischen Produkt und Kunden setzt. Gerade in Zeiten gesättigter Märkte sucht der Mensch für seinen Bedarf und seine Bedürfnisse neben den materiellen Werten auch immaterielle Werte bei einem Produkt.
Dies wiederum vermag nur die Marke zu bieten.
Herkunft und Geschichte, Profil, Image, Positionierung, Bekanntheit und Einzigartigkeit, diese Eigenschaften einer Marke prägen ihren immateriellen Wert und beinhalten als Selbstverständlichkeit den Preis als fairen Wert für eine nachvollziehbare Leistung für Qualität und Service. Diese Werte sind durch nichts zu ersetzen, und sie bilden das Vertrauen der Kunden zum Produkt, das über Zeiten hinweg Bestand hat.

Die Kunden sind heute als Angehörige der Wissensgesellschaft bestens informiert. Selbstverständlich sind sie auch empfänglich für besondere günstige preisgeprägte Angebote, aber immer im Rahmen ihrer Bindungen zur Welt der Marken.

Wir empfehlen unserer Klientel auf die Marke und ihre Werte zu setzen;
nicht zuletzt deshalb, weil sie sich damit auch ein hohes Maß an Unabhängigkeit von der Macht des Handels sichert.
Und dies wiederum kommt schließlich dem Handel selbst zugute.
Man stelle sich nur vor, es gäbe keine klassischen Marken mehr.
Bei allem Respekt vor dem, was Handelsunternehmen heute an eigener Markenarbeit leisten, ohne starke Marken wäre die Welt des Konsums um vieles ärmer, und die Konsumfreudigkeit der Menschen bescheidener.

 

 
SchmidPreissler SchmidPreissler Strategy Consultants


Specialized in consumer goods related industries, trade and investments.

Independent and personal.

Creative and innovative strategies through intellectual approach: For excellent business results.

Brand equity enforcement and performance, corporate and product brand strategies.

Proven Business Tools:

The Waisted Rectangle©,
the new perception of the consumer market for demand and supply

The 7-Elements-Definition©
of a brand

The ”Enlightened” Consumer©
as target community

The BrandEquity + Performance Program©

The Holistic Corporate Communication Concept©

Special consultancy subjects:

Creating strategic alliances
brand diffusion
joint ventures
mergers & acqusitions

The Waisted Rectangle©

more....

Editor: Dipl. Soz. Maximiliana Schürrle

SchmidPreissler International Strategy Consultants GmbH
The Lion's House
Burgstallerstr. 6
D 83703 Gmund am Tegernsee