Umsätze und Gewinne im Einzelhandel steigen, eine gute Nachricht, die in vielen Fällen allerdings mit einem Problem verbunden ist.
BriefLetter - Issue 06/2006
Von Tokio bis Berlin, von Kansas City bis Stockholm: Wir beobachten weltweit eine steigende Nachfrage nach Verbrauchs- und Gebrauchsgütern. Unverändert dabei ist Gegensätzlichkeit zwischen dem preisorientierten Einkauf zur Deckung des Bedarfs und dem Kauf von Luxus- und Premiummarken, wenn es um die Erfüllung von Bedürfnissen geht.

Davon profitieren Handel und Industrie gleichermaßen. Deshalb berichten die Unternehmen der Konsumgüterbranche mehr oder weniger unisono auch von steigenden Gewinnen.

Die Spannen werden jedoch in vielen Fällen immer kleiner und dies betrifft sowohl die Industrie als auch den Handel.

Und wenngleich nicht unbedingt ein Zusammenhang zwischen steigenden Umsätzen und steigenden Gewinnen bei sinkenden Margen bestehen muss, so ist das Zusammentreffen solcher unterschiedlicher Entwicklungen ein wichtiger Grund, die Entwicklung der Margen laufend zu beobachten und im Bedarfsfall energisch gegen zu steuern. Es ist für die Entwicklung und Sicherung von Gewinnen von äußerster Wichtigkeit stabile Margen zu haben und bei dieser Betrachtungsweise sind die Margen des Handels mit in Betracht zu ziehen.

Die Industrie kann nur dann dauerhaft im Markt erfolgreich sein, wenn sie mit dem Handel eine solide Margenpflege betreibt. Dies gilt auch für Industrieunternehmen, die über eine vertikale Distributionsstruktur verfügen.

Steigende Umsätze und steigende Gewinne dürfen in Bezug auf die Margenpolitik nicht übermütig machen. Im Gegenteil, nur in Zeiten, in denen die Menschen mehr kaufen und mehr konsumieren, kann man Margenpflege betreiben. Im Moment muss jedoch den sinkenden Margen Einhalt geboten werden. Wer sinkende Margen zu beklagen hat, muss jetzt aktiv werden und eine Margin-turn-around-Strategie entwickeln. Solide Margen sind übrigens das beste Bollwerk gegen jeden Angriff auf die Qualität von Produkten und die Position von Marken.

 
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Editor: Dipl. Soz. Maximiliana Schürrle
Assistant Editor: Regina Seago

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