| Institutionelle Investoren – Segen und Risiko zugleich. |
| BriefLetter - Issue 03/2006 |
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Keine Frage, institutionelle Anleger erfüllen heutzutage eine wichtige Aufgabe bei der Unternehmensfinanzierung und der existenziellen Sicherung von Unternehmen, speziell, wenn es darum geht, die Führung zu verstärken oder im Zuge des Generationenwechsels überhaupt neue Leute an die Spitze zu bringen.
Gut scheint mir auch zu sein, dass immer häufiger institutionelle Investoren Finanzinstitute als Gesellschafter ablösen, weil letztere eben in der jüngsten Vergangenheit nicht unbedingt und überall eine gute Figur gemacht haben. So weit, so gut. Aber, wo Licht ist, ist auch Schatten und so gibt es auch bei den institutionellen Investoren doch erhebliche Unterschiede. Weizen und Spreu haben sich noch nicht voneinander getrennt und es gibt leider auch keine wirksame Rahmenbedingungen, die es ermöglichen, gute von weniger gute Gesellschaften zu unterscheiden oder die weniger guten von Anfang an zu verhindern. Was mir Sorgen bereitet und was ich als ausgesprochenes Risiko ansehe, ist die Tatsache, dass sich viele dieser Investoren mit dem Ziel, das „schnelle und große Geld“ zu machen, in Unternehmen einkaufen, ich möchte fast sagen, einschleichen, für kurze Zeit Schönwetterlagen produzieren, die Substanzwerte ausbeuten, um sich dann aus dem Staub zu machen. Anteile drei bis fünf Jahre zu halten, um sie dann mit größtmöglichem Gewinn zu verkaufen, tut Unternehmen selten gut. Überhaupt, das Einkaufen in Unternehmen mit dem Ziel, schnell wieder zu verkaufen, macht solche Unternehmen zu einer Handelsware und das ist selbst in einer schnelllebigen Zeit, wie der unsrigen, alles andere als gut. Wer sich mit dem Gedanken trägt, einen institutionellen Investor als Gesellschafter aufzunehmen oder an einen solchen zu verkaufen, sollte genau hinsehen, wen er vor sich hat. Und welche Vergangenheit und welche Ziele der Kandidat hat. Es ist von großer Bedeutung, von wem das Unternehmen vertreten wird. Am wenigsten beeindrucken lassen sollte man sich von den Millionenvermögen und Millioneneinkommen, die nicht wenige Manager von institutionellen Investoren, sozusagen als Referenz für ihre Tüchtigkeit vorweisen. Über institutionelle Investoren fließt auf relativ kurzen Wegen Geld in die Wirtschaft und wenn die richtigen Leute den Geldfluss begleiten und lenken, dann, wie gesagt, kann das Ganze sehr wohl segensreich sein. Das Investieren sollte allerdings sehr genau als Anlegen verstanden werden. Und darin sehe ich einen feinen, aber deshalb keineswegs unbedeutenden Unterschied. Im Gegenteil. Investieren liegt für mich, im Sinngehalt des Wortes, eher im Kurzfristigen, Anlegen im Langfristigen. Was heißt heutzutage schon kurzfristig und langfristig? Wo doch die diejenigen immer vorne dran zu sein scheinen, die besonders schnell und flexibel sind? Trotz Globalisierung und allen möglichen Modeerscheinungen, oder vielleicht gerade deshalb, denke ich, ist es an der Zeit, sich auch wieder solchen Werten zuzuwenden, die es einem erlauben souverän und perspektivisch über Zeit und Räume zu herrschen, statt beherrscht zu werden. Letzteres erlaubt es dann auch im Zusammenhang mit der Bewertung und Wahl institutioneller Investoren Weizen und Spreu von einander zu trennen, womit so manches Risiko eliminiert wird, bevor es überhaupt das Licht der Welt erblickt. |

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