Hat „Made in….“ eine Zukunft?
BriefLetter - Issue 22/2004
Die Diskussion, ob „Made in…“ Zukunft hat, ist weltweit in vollem Gang. Die Meinungen sind, wie allgemein bekannt, geteilt. Wir haben einen klaren Standpunkt. „Made in …“ hat Zukunft, aber wir müssen uns in Zukunft sicherlich differenzierter ausdrücken. Angesichts der Tatsache, dass in der Ersten Welt ( in den westlichen Industrienationen) Tausende von Arbeitsplätzen tagtäglich in Niedriglohnländer verlegt werden, ist der Ausweis oder anders gesagt, der Nachweis, wo ein Produkt hergestellt wird, im Sinne wahrhaftiger Beziehungen zum Verbraucher, unerlässlich.

Wer nicht sagt oder sagen will, dass er in der Ukraine, in China, in Rumänien oder Vietnam produziert, dem wird schnell unterstellt, dass er eigene Qualitäts-versprechen unterläuft. Diese Unterstellungen sind im Prinzip unsinnig, denn die genannten Länder und viele andere produzieren heute Qualitäten, die durchaus einem Vergleich mit Ländern der Ersten Welt standhalten. In China, Malaysia, Vietnam, Thailand, um nur einige Länder Asiens zu nennen, werden heute Schuhe produziert, die die Namen begehrter Marken der Sportwelt im Luxussegment des Marktes tragen und die besser verkauft werden als Konkurrenzprodukte aus der europäischen Produktion.

Wer seine Vorstellungen von einer dem Preis-/Leistungsverhältnis gerecht werdenden Qualität verwirklicht, wer für sein Produkt einsteht, wer eine Marke besitzt, die auf dem Fundament der von uns immer wieder herausgestellten 7- Elemente (Herkunft, Geschichte, Profil, Positionierung, Image, Bekanntheit und Schutz) steht, der kann getrost sagen, wo er produziert. Es ist ohnehin nur noch eine Frage der Zeit, bis Premium- und Luxusmarken chinesischer und anderer Provenienz neben solchen aus Frankreich oder Italien stehen oder auch Eigentümer westlicher Marken in Niedriglohnländer ihren Sitz haben werden.

Wir müssen umdenken. Und auch das scheint uns wichtig zu sein: Wir müssen differenzierter denken. „Made in …“ stammt aus einer längst vergangenen Zeit. Früher fasste man Erfindung, Entwicklung und Produktion in dem Begriff „Made in …“ zusammen. In der heutigen arbeitsteiligen Welt kann die Erfindung im Rahmen eines amerikanischen Weltraumprogrammes liegen, die Entwicklung in Europa erfolgen und die Produktion in einem asiatischen Land sein. Die Wissensgesellschaft weiß das. Deshalb können wir es auch im Kommunikationsprozess zum Ausdruck bringen: „Developed in …“ „Designed in…“ „Engineered in ….“.

Die Automobilindustrie zeigt uns bereits, dass beispielsweise „Engineered und designed in Germany and produced in USA“ eine prächtige Kombination sein kann. BMW und Mercedes-Benz sind der beste Beweis dafür.
 
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