Eine der großen deutschen Banken hat kürzlich eine umfängliche Studie veröffentlicht, in der sie zu dem Schluss kommt, dass die Geschichte mit dem Konsumstau „alles nur ein Märchen“ ist. Die Vorstellung vieler, dass mit einer Ankurbelung des Konsums, mit Auflösung eben dieses ominösen Konsumstaus, die Konjunktur in Gang käme, muss immer nachhaltiger ins Land der Träume verschoben werden.
Selbst wenn durch eine dramatische Wende auf dem Arbeitsmarkt neue Kaufkraft entstünde, würde dies das derzeitige Bild nicht wesentlich verändern, denn genau genommen wird in Deutschland gar nicht so wenig konsumiert, d.h., es wird mehr geklagt, als nötig.
Unser Standpunkt ist den Lesern von BriefLetter und Synesis bekannt. Wir stellen den Deutschen hinsichtlich ihrer Konsumfreudigkeit ein gutes Zeugnis aus. Nachhaltige Probleme sehen wir in der Spannenvernichtung des Handels, die immer, im Übrigen immer noch durch eine Rabattwütigkeit der Hersteller genährt wird.
Sinkende Einzelhandelspreise lassen zwangsläufig die Umsätze und damit die Statistik der Konsumgüterbranche wenig gut aussehen. Während der Mengenkonsum nach wie vor zufrieden stellend ist, sinkt der Umsatz durch die Spannen- und Preisentwicklung.
Warum sich an der Gesamtlage nichts Entscheidendes ändern wird, jedenfalls nicht in den kommenden zwei bis drei Jahren, liegt einmal daran, dass die Menschen nach wie vor dabei sind, ihre Konsumgewohnheiten zu ändern. Das Einkaufsverhalten ist preisorientiert. Die herkömmliche Mitte des Angebots ist so gut wie tot. Das ursprünglich einmal gut gehende Geschäft mit Premiumgütern verliert an Boden, ebenso dünnt die Nachfrage nach Luxusgütern aus. Es gibt weiter viele Bedürfnisse, diese aber konzentrieren sich, was die Marken angeht, auf wenige große Marken. Und auf dem weiten Feld des Bedarfs sind es die „Economyprodukte“, bei deren Kauf ausschließlich der Preis die Nachfrage bestimmt. Und dann ist da das Segment „PremiumEconomy“, in dem Premiumqualitäten zu scharf kalkulierten Preisen angeboten werden. Die Wissensgesellschaft hat heutzutage ein hochsensibles Preis-/Leistungsempfinden.
Mit Geiz hat das nichts zu tun. Es ist auch kein überzogenes Spardenken. Es ist einfach das Wissen, was ein Produkt kosten darf. Und dabei spielt die Qualität eine positive Rolle.
Nicht verkennen wollen wir, dass die Menschen natürlich neue Ausgabenfelder haben, um dies sie sich in der Vergangenheit nicht zu kümmern hatten. Das größte sei erwähnt: die Ausgaben für die Vorsorge. Vorsorge für die Gesundheit, Vorsorge für das Alter, Vorsorge für Unerwartetes. Und dann ist in diesem Zusammenhang auch noch die rapide zunehmende Rückverlagerung von Ausgaben, die der Staat bisher zugunsten seiner Bürger wahrgenommen hat und für die ihm die Mittel nicht mehr zur Verfügung stehen. Diese neuen Ausgabenfelder stellen die Menschen vor eine Umverteilung ihrer Einkommen, kurzfristig ein Problem, langfristig allerdings positiv zu sehen, denn eine größer werdende Unabhängigkeit vom Staat reduziert die Bevormundung durch die Politik und stärkt die Freiheit des Individuums.
Kein Konsumstau, keine Aussicht auf goldene Zeiten wie wir sie in 70er und 80er Jahre des letzten Jahrhunderts hatten, ist nicht zu beklagen, eher schon zu begrüßen, denn es beinhaltet auch die Chance, sich neu zu positionieren.
Wer jetzt auf das PremiumEconomysegment setzt, kann in Deutschland erfolgreich sein. Wir haben als Erste diese Flächenneuordnung der Konsumgütermärkte entdeckt, erklärt und im Taillierten Viereck© bildhaft gemacht. Wir können mit unserem Wissen dazu beitragen, den richtigen Platz im Markt zu belegen. |