Die Schöpfer der Indizes haben zum Jahresende wieder Konjunktur
BriefLetter - Issue 21/2005
Zum Jahresende flimmern mehrmals täglich Indizes über den Bildschirm mit denen Institute und Meinungsforschungsunternehmen versuchen das wirtschaftliche Geschehen zu erfassen, zu kommentieren und Einschätzungen für die Zukunft abzugeben. Es erreicht uns eine Flut von Daten und Kommentaren. Welchen Wert haben dieses Datenmaterial und die Kommentare für die Bewertung der eigenen Position im Markt und die eigenen strategischen Überlegungen? Sollten sie denn überhaupt einen Einfluss auf die strategischen Überlegungen haben? Die Fülle der Daten und Kommentare sagen meines Erachtens viel Widersprüchliches aus und schaffen daher keine klaren Bilder des Marktgeschehens. Dies ist für mich Anlass genug, Indizes mit Vorsicht und Skepsis zu betrachten. Wenn ein deutsches Institut veröffentlicht, dass der Geschäftsklimaindex von einem auf den anderem Monat von 98.5 auf 97.5 zurückgegangen ist und dies wie folgt kommentiert wird: Die Perspektiven der deutschen Wirtschaft geben Anlass zu einem wenig optimistischen Ausblick, so ist dies für mich nicht nur ein unsinniger Kommentar. Diese Erklärung zieht meiner Meinung nach auch einen nicht belegbaren Schluss aus einem Quellenmaterial, das wiederum nur Umfragen zugrunde liegt. Ein Punkt mehr oder weniger erlaubt in keiner Weise derartige gesamtwirtschaftliche Schlüsse zu ziehen und dies entsprechend so zu kommentieren. Gesagtes gilt auch für die Bewertung des amerikanischen Großhandelindexes oder auch für die Bewertung der Arbeitslosenstatistik der Japaner, um nur zwei weitere Beispiele zu nennen.

Der Erfolg eines Unternehmens hängt zu allererst von den eigenen Stärken des Unternehmens ab. Erst in zweiter Linie spielen die gesamtwirtschaftlichen Verhältnisse und ihre Rahmenbedingungen eine Rolle. Deshalb ist nicht sinnvoll sich danach zu richten, was andere meinen und wie sie die Perspektiven für die Geschäfte von morgen einschätzen. Das gilt für die vermeintlichen gute wie für weniger gute Nachrichten. Die eigenen Stärken machen auf Dauer erfolgreich und nicht die Schwächen der Konkurrenz.

Das Fundament Erfolg bringender Strategien ist einzig und allein das Leistungsvermögen eines Unternehmens. Die Indizes der Forschungsinstitute, die schillernden Weissagungen der Trendforscher und unsinnige Analystenkommentare machen den Erfolg eines Unternehmens nicht aus. So gesehen, kann man Propheten und Analysten und ihre Helfer, die Medien, richtig einschätzen und bewerten.
 
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