Am Ende allen Sparens steht die Glaubwürdigkeit auf dem Spiel und das kann die Existenz kosten!
BriefLetter - Issue 17/2005
Wir wissen, wie wichtig es für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens ist, verantwortungsvoll Geld zu investieren und dennoch werden uns die täglichen Schlagzeilen, in denen von Sparplänen in Milliarden- und Millionenbeträgen die Rede ist, unheimlich.

Zu einen stellen wir fest, dass sich neben den Veröffentlichungen der Sparpläne die Meldungen über das Absinken der Qualitätsstandards häufen. Mit anderen Worten, in vielen Unternehmen haben die Sparpläne bereits den Kern beziehungsweise das Herzstück eines jeden Unternehmens, nämlich die Qualität, erreicht. Die Manager von Deutschlands ehemals besten Automobilbauern können ein Lied davon singen, welche Folgen falsch verstandenes Sparen hat.

Zum anderen verunsichern die Sparpläne der Industrie den Verbraucher, der sich die Frage stellt, was er denn am Ende des Tages für sein Geld noch bekommt. Die Folge davon ist in den meisten Fällen eine entschiedene Kaufzurückhaltung. Allen Beteuerungen der Sparkommissare zum Trotz. Ihre Glaubwürdigkeit ist sehr gering einzuschätzen, zumal sie sich mit ihren Erklärungen meistens auf einem schmalen Pfad bewegen und in erster Linie den Abbau von Arbeitsplätzen in der Produktion und im Service im Auge haben. Wo auch sonst können Tausende von Menschen entlassen werden?

Häufig werden in Verbindung mit Sparplänen Kostensenkungsprogramme genannt, die der Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten dienen sollen. Gerne werden Lohnkostenvergleiche zwischen Hoch- und Niedriglohnländern angeführt, was beispielsweise in einem Vergleich zwischen Deutschland und Polen für den flüchtigen Betrachter so aussieht, als könnte man tatsächlich in Polen für ein Zehntel der deutschen Lohnkosten produzieren und für Cent Beträge bekäme man tatsächlich Eurowerte.

Der Verbraucher freut sich über jeden soliden günstigen Preis, gleichgültig, ob er ihn für ein Luxusgut oder zur Deckung des täglichen Bedarfs bezahlt. Und er honoriert das.

Aber der Verbraucher reagiert auch empfindlich, wenn Sparpläne und Kostensenkungsprogramme auf seinem Rücken ausgetragen werden. Der Kunde von heute ist informiert und wissend, daher sollte man ihm nichts vormachen wollen. Darüber müssen sich diejenigen im Klaren sein, die Spar- und Kostensenkungsprogramme entwickeln und umsetzen. Es gibt eine Grenze, die dabei nicht überschritten werden sollte, um nicht die Existenz eines Produktes und im Extremfall ein ganzes Unternehmen aufs Spiel zu setzen. Die Grenze ist dort zu finden, wo die Qualität des Produktes und der Service ihren Platz haben.

Übrigens, den besten Versicherungsschutz gegen Fehlentwicklungen, die schließlich dazu zwingen sich in Spar- und Kostensenkungsprogramme zu flüchten, ist eine konsequente, langfristig angelegte und wahrhaftige Markenpolitik.

 
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Editor: Dipl. Soz. Maximiliana Schürrle
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