| Sale, Sale, Sale – man sieht kaum noch Christbäume vor lauter Sonderangeboten |
| BriefLetter - Issue 22/2007 |
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Gewiss, die Deutschen sind in Europa „Marktführer“ in Billigpreis-Angeboten. Nun aber folgen immer mehr Händler in anderen Ländern in Europa, so, als hätten sie nichts anderes anzubieten als Rabatte und reduzierte Preise. Wenn Winterkleidung schon vor dem ersten Schnee mit 30% Rabatt angeboten wird, wenn Parfums in Schütten vor den Türen feiner Parfümerien Käufer anlocken sollen und Spielwaren sich in der Weihnachtszeit zu Sommerschlussverkaufspreisen in den Regalen stapeln, wo bleibt da noch der Wert des Schenkens? Und wenn in der Hochglanzpresse Flugreisen zum Billig-Shoppen nach Dubai und Singapur einladen, dann steigt in einem der Verdacht auf, dass die Menschen Gefahr laufen, das Leben zu pervertieren
Weil die Energiekosten steigen, der Staat immer tiefer in die Taschen seiner Bürger greift, weil das Geld wegen hoher Zinsen und zäher fließenden Krediten knapp wird, meinen Handel und Industrie, sie müssten die Kunden stimulieren, Anreize schaffen oder wie die Forschungsinstitute zu sagen pflegen, ein verbraucherfreundliches Konsumklima schaffen. Wachstum um jeden Preis, richtiger gesagt, um den billigsten Preis. In Deutschland hat ein Einzelhändler jahrelang Verbraucher als Geizhälse bezeichnet, die geradezu „geil“ auf Geiz waren. Seit kurzem behaupten sie, dass die Menschen „hohe Preise hassen.“ Solche Parolen bringen das Preis/Leistungsverhältnis in Verruf. Als ob Hersteller und Händler versuchen willkürlich und verantwortungslos ihr Geschäft mit Wucher- und Mondpreisen zu machen. Wir haben immer wieder in der Vergangenheit davor gewarnt, die Marktkultur zu zerstören und wenn wir in kurzer Folge erneut dieses Thema aufgreifen, dann ist das schlicht unsere wachsende Sorge, dass hier Schäden entstehen, die auch langfristig kaum zu reparieren sein werden und zu verheerenden Flächenbränden in der Konsumlandschaft führen können. In diesen Tagen wird überall letzte Hand an die Geschäftspläne für 2008 und 2009 angelegt. Wir raten, jegliches Mengendenken sorgfältig abzuwägen. Preise mit großer Sorgfalt und Umsicht zu kalkulieren, darauf zu verzichten „Luft“ zu kalkulieren, dafür aber Preise mit Nachdruck im Markt durchzusetzen, denn die Festsetzung des Preises bestimmt auch die Auswahl des Kunden. Man muss wissen, wen man bedienen will, dies gilt für die Industrie ebenso wie für den Handel. Wer nur den Preis und die Marge kauft, ist es nicht wert als Kunde umworben zu werden. Wir beobachten die Märkte weltweit und über lange Zeiträume und wir prognostizieren für die Konsumgütermärkte der Ersten Welt in allen Bereichen Anzeichen der Sättigung, die zur Abflachung der Absatzkurven und zu einer Verringerung von Zuwächsen führt. Diese Entwicklung ist mit billigen Preisen nicht zu stoppen. Um sich vor Verlusten zu bewahren gibt es nur eines, sich rechtzeitig und mit Gespür vom Mengendenken zu lösen. Es ist heutzutage viel von Verdrängungswettbewerb die Rede, von totalen Preiskriegen und anderen vermeintlich wirksamen Maßnahmen sich auf Kosten der Konkurrenz im Markt durchzusetzen. Wettbewerb muss zum Ziel haben, besser zu sein, dies ist aber nur aus einer Position der Stärke heraus möglich und Stärke heißt, bedingungslos auf Qualität zu setzen und die wiederum hat ihren Preis. Lassen Sie sich die eigene, die persönliche vorweihnachtliche Stimmungen nicht verderben, aber sehen Sie die Sale-Sale-Sale-Hysterie kritisch. Nehmen Sie sie zum Anlass, die eigenen Strategien vor ihrer Umsetzung dahingehend zu überprüfen, dass das von Ihnen geplante Wachstum auf soliden Beinen steht. |

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