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BriefLetter -
Issue 20/2007
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Das VW-Gesetz zum Schutz des Autobauers vor feindlichen Übernahmen verstößt gegen EU-Recht. So lautete das Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) am 2.Oktober 2007 in Luxemburg. Damit sind die Weichen für die Zukunft des größten europäischen Autobauers gestellt.
Der Weg für eine Mehrheitsbeteiligung von Porsche ist frei. Deutschland muss das Gesetz ändern oder ganz abschaffen. Damit entfallen künftig auch die Sonderrechte für das Land Niedersachsen bei VW.
Es ist sicherlich keine reine Spekulation, wenn man annimmt, dass die dem Urteil des Europäischen Gerichtshof folgenden Schritte weit mehr bringen werden als nur eine Öffnung des Unternehmens für Investoren.
Europas größter Automobilbauer wird auf Umwegen ein Familienunternehmen. Und es ist sicherlich auch vorstellbar, dass die neuen Eigentümer in nicht allzu ferner Zukunft die VW-Tochter Audi an die Börse bringen und so aus einem „Giganten“ zwei kleinere, aber dennoch nicht zu übersehende Automobilhersteller machen.
Die Automobilindustrie war zu allen Zeiten Schrittmacher in der Wirtschaft und so wird sie in Zukunft zeigen, dass erfolgreiche Globalisierung nicht in gigantischen Umsatzzahlen, sondern vielmehr in attraktiven Erträgen sichtbar wird.
Nach dem Scheitern der vor einem Jahrzehnt von der Stuttgarter Daimler-Benz AG ausgerufenen Welt-AG und den Beinahe-Pleiten der amerikanischen Automobilgiganten GM und Ford, versuchen sich die Automobilhersteller mit neuen Strategien, in denen Spezialisierung, Qualität und Produktinnovationen und gegebenenfalls Kooperationen oder Strategische Allianzen im Vordergrund stehen. Das gilt auch für die deutschen Automobilhersteller.
Die deutschen Automobilhersteller haben keine Chance Billigautos für die Zweite und Dritte Welt herzustellen. Selbst wenn sie es könnten, sie würden ihr wichtigstes Kapital verlieren, das sie besitzen, nämlich das Image Hersteller von Premium- und Luxusautos zu sein.
Einmal mehr können wir unseren Leitspruch für erfolgreiche Strategien ins Feld führen: Die Zukunft liegt nicht in „Bigness“ but in „Greatness“.
Das Premium- und Luxusauto wird nicht vom Markt verschwinden, nur weil diese Autos heute noch unverhältnismäßig viel Benzin verbrauchen. Die Industrie arbeitet dennoch mit Hochdruck an technischen Lösungen in Hinblick auf den hohen Benzinverbrauch. Premium- und Luxusautos werden nicht für den „Bedarf“ produziert. Sie sind ein repräsentatives Zeichen des Wohlstandes. Repräsentieren ist keine Verschwendung. Repräsentation ist eine wichtige Komponente in der Gesellschaft.
Die deutsche Automobilindustrie wird ihre führende Rolle als Premium- und Luxushersteller erfolgreich behaupten und beweisen, dass die Bäume, selbst wenn sie im globalen Dorf stehen, nicht in den Himmel wachsen müssen, um Früchte zu tragen. |