Mehr Umsatz und mehr Gewinn. Die Planung für das kommende Jahr.
BriefLetter - Issue 15/2007
Nach den Sommerferien sind die Kalender randvoll mit Terminen für Konferenzen, in denen es um die Planungen, insbesondere um die Umsatz- und Gewinnplanungen für das kommende Jahr geht. Same procedure as every year. Und jedes Jahr handelt es sich um die gleichen Vorgaben: Es müssen mehr Umsatz und mehr Gewinn am Ende des geplanten Jahres herauskommen als im abgelaufenen oder laufenden Jahr, bei selbstverständlich geringeren Kosten.

Erlauben Sie mir eine Empfehlung, die man natürlich als Berater eigentlich gar nicht aussprechen darf: Versuchen Sie für 2008 einmal nicht das „mehr“ in den Mittelpunkt zu stellen, sondern die Verpflichtung „besser“ zu werden. Noch besser. Ja, ja, Sie lesen richtig und vielleicht sind Sie in diesem Moment auch aufgebracht, weil ich es wage, Sie herauszufordern, besser zu werden, wo Sie doch längst das Vorbild für ihre Konkurrenz sind, eben weil sie besser sind.

Besser werden ist ein immer währender Prozess, nie endend und genau genommen, das einzig Spannende für jeden in der Wirtschaft Tätigen. Wo fängt diese Herausforderung eigentlich an? Bei einem selbst. Ein Unternehmen kann als Ganzes nur in dem Maße besser werden, in dem jedes Mitglied, ich betone „jedes“, einen Schritt in die Richtung „Besser sein“ tut. Wir müssen besser werden im Haushalten mit unserer Zeit. Schluss mit den aufwendigen und aufgeblasenen Mammutsitzungen, in denen nur kleine Mäuse geboren werden. Schluss auch mit den selbstgerechten Monologen und Schluss mit der Produktion überflüssiger Papiere. Zu mehr brauchen wir uns nicht durchringen, mehr müssen wir gar nicht tun, um Zeit im Überfluss zu haben, die wir dann unseren Kunden widmen können. Wir brauchen mehr Zeit für den Kunden, damit er spürt, dass wir für ihn da sind. Damit schaffen wir eine Überlegenheit gegenüber der Konkurrenz, die das nicht wahrhaben will. Mehr Zeit schafft bessere Produkte, mehr Zeit für Mitarbeiter und Kollegen schafft ein besseres Arbeitsklima. Ja, mehr Zeit, die so investiert wird, macht die Planungsvorgaben für mehr Umsatz und Gewinn wertvoller.

Der große alte Mann der Nestle AG, Helmut Maucher, schreibt in seinem Management Brevier: „Die Verkaufsabteilung ist nicht die ganze Firma, aber die ganze Firma sollte eine Verkaufsabteilung sein“.

Wer den Kunden im Auge hat und mehr Zeit für ihn aufwendet, der braucht sich um Umsatz- und Gewinnzahlen keine großen Gedanken machen. Sich um den Kunden bemühen, das scheint mir das Wichtigste zu sein, was wir mit Blick auf das nächste Jahr zu tun haben, damit am Ende auch die Zahlen stimmen. Es kommt auf die Zahlen an, die am Ende stehen und viel weniger auf die, die am Anfang geplant waren.

 
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