Europa nach dem Brüsseler Gipfel vom 22. / 23. Juni 2007
BriefLetter - Issue 13/2007
Wie immer das Bild, das man sich nach dem Gipfel macht, aussieht, und wie immer man die Perspektiven einschätzt, es gibt beträchtliche Unterschiede zwischen der politischen und wirtschaftlichen Sichtweise des Ganzen. Lassen Sie mich die wirtschaftliche Sichtweise in wenigen Worten skizzieren. Ich denke, es ist gerade die wirtschaftliche Seite des Projekts Europa, die uns positiv stimmt.

Die oft diskutierte Angst vor Europa, und die Vorbehalte gegenüber Europa, wurden damit begründet, dass die Menschen vor einem Europa, in dem ihre Identität verloren gehen könnte, Angst hatten und zu der voreiligen Entscheidung kamen, das dieses Europa schon deshalb abzulehnen sei. Nun zeigt sich, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Nie zuvor waren die Regionen Europas, und damit die Menschen, die dort leben, stärker verbunden als dies heute der Fall ist. Ich denke, man kann ohne Übertreibung sagen, dass sich Europa entwickeln wird, weil die Regionen und ihre Bewohner im Bewusstsein der übrigen Welt sehr präsent sind. Es ist der Verdienst der Wirtschaft, das dies so ist.

Schnelle Boote aus Finnland, wunderbare Weine aus Pierrot und Bordeaux, Luxusautos aus Bayern, Whisky aus Schottland, all dies ist der Nährboden, auf dem sich Europa entfaltet. Made in Italy, Made in Schweden, Made in Austria, sind Botschaften, die die Menschen in aller Welt faszinieren und sie sind stärker als ein „Made in Europe“. Das ist gut, weil Europas Stärke in der Vielfalt liegt. Es ist wichtig für jedes Unternehmen Herkunft und Geschichte deutlich herauszustellen, um so mit Europa in eine sichere und erfolgreiche Zukunft zu gelangen. Die Schwierigkeiten, die die Politik in der Gestaltung des neuen Europas hat, sind weitaus geringer, als die Chancen, die in dem Projekt Europa liegen. Wenn diejenigen, die für die Wirtschaft die Verantwortung tragen, sich ihrer Gestaltungsmöglichkeiten bewusst sind und sie nutzen, dann werden am Ende des Tages alle von Europa profitieren.

 
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