Ernest Dichter war seiner Zeit weit voraus. Wir sollten uns seiner wieder erinnern.
BriefLetter - Issue 05/2007
Die große alte Dame der europäischen Marktforschung, Elisabeth Noelle-Neumann, schrieb ihre Memoiren. Ein wunderbares Buch, weil es neben Fachlichem auch ein gut zu lesendes Geschichtsbuch der jungen Bundesrepublik Deutschland ist.

Leider ist das Buch bisher nur in deutscher Sprache erschienen. Und noch etwas ist schade, Noelle-Neumann hat sich zwar der großen Gestalter der Marktforschung im vergangenen Jahrhundert, Nielsen und Gallup erinnert, nicht aber der Väter und Weggenossen Ludwig Erhards, Prof. Vershoven und Prof. Bergler, den Gründervätern der Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg und vor allem Ernest Dichter, auf den ich im Nachfolgenden besonders hinweisen möchte.

Ernest Dichter gilt als Vater der Motivforschung. Er entwickelte in Amerika die Theorie der dynamischen Psychologie, die später zur Grundlage des Konzeptes der Motivforschung wurde. Dichter hielt nicht viel von der Fragebogen-Marktforschung. Er wollte tiefer in das Reich der geheimen Wünsche der Menschen eindringen. Dies gelang ihm auch und er revolutionierte tatsächlich die Marktforschung in den 60er- und 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Ernest Dichter wurde vor genau 100 Jahren in Wien geboren. Er hatte das Glück, bei den letzten großen Protagonisten der intellektuellen Blütezeit an der Wiener Universität zu studieren, musste aber, weil er Jude war, vor den Nazityrannen fliehen. In Amerika fand er eine neue Heimat und Raum für seine Studien.

Ernest Dichter war Jahrzehnte lang Berater fast aller damals großen Konsumgüterhersteller. Er war ein begnadeter Missionar seiner Botschaft. Und deshalb komme ich auch heute auf ihn zu sprechen: Ernest Dichters Weg den geheimen Wünschen der Menschen auf die Spur zu kommen, aber auch die Voraussetzungen für die Entwicklung und Herstellung besserer, vielleicht sogar bester Produkte, die dem Bedarf der Menschen wirklich gerecht werden, zu schaffen, ist so aktuell wie eh und je.

Ernest Dichter war kein Pseudowissenschaftler. Weder Wichtigtuer noch Weltverbesserer. Seine Antworten auf komplexe Fragen und Probleme waren stets klar und überzeugend, seine Empfehlungen wertvolle Wegweiser. Ernest Dichter hatte ein tiefes Verständnis für alles, was die Menschen bewegte und gerade deshalb sollten wir „seiner“ Art der Motivforschung heute wieder mehr Aufmerksamkeit schenken und in unsere Arbeit integrieren. Wir tun uns damit selbst einen Gefallen, einen großen Gefallen.

 
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